Wir halten zum Nerd!

Es ist schon eine Kunst, in Film und Fernsehen den Bösewicht als Sympathieträger darzustellen. Nehmen wir die Serie Dexter, in der das Kunststück gelingt, einen Serienmörder nicht als Monster, sondern als derjenige zu zeigen, bei dem der Betrachter mitfühlt. Große Drehbuch- und Schauspielkunst.

Nehmen wir nun eine Szene, in dem ein Kunde in einer Buchhandlung feststellt, dass ihm ein Fachbuch leider nicht hilft und er lieber einen Experten fragen sollte. Jeder, der schon mal ein für ihn fachfremdes Fachbuch in Händen hielt, kann das nachvollziehen – eigentlich also ein leichtes, dies abzufilmen, die Zuschauersympathie zu verteilen und somit Interesse am eigentlichen Produkt zu wecken.

Dann jedoch kamen die Agentur Serviceplan und hat alles vergeigt: Ein sympathisch wirkender Mann kommt in eine Buchhandlung, der Verkäufer, Typ Bücherwurm/Nerd, versucht, ihm das Thema nahezubringen mit dem Hinweis „Wir haben hier wirklich aussagekräftige Finanzliteratur“. Dann jedoch wird der Kunde eklig: Er horcht an einem Buch, klappt es dem Kunden vor der Nase mit den Worten „Sagt mir gar nichts. Oder hören Sie etwas?“

So verwandelt sich Sympathie in einen Beschützerinstinkt für den Nerd, der von dem in die Jahre gekommenen Schulschläger mies behandelt wird. In diesem Fall also eine echte Kunst, einen eigentlich sympathischen Menschen innerhalb weniger Sekunden zum Unsympathen zu machen und damit den Sinn der Werbung, Finanzconsulting zu verkaufen, zunichte zu machen.

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