Lose-Win-Situation beim Onlinekauf

Verkäufer reden ja oft von einer inszenierten Win-Lose-Situation: Der Verkäufer lässt sich dabei vordergründig über den Tisch ziehen, um dem Käufer das Gefühl zu geben, dass nicht nur dieser etwas gewonnen habe, sondern der Verkäufer auch noch etwas verloren.  Somit verlässt der Käufer mit dem Artikel und einem guten Gefühl den Laden.

Der Onlinehändler cortexpower.de GmbH dreht das Schema nun um. Sucht man nach einem Vaude Parka, findet man einen um 35% reduzierten für ca. 150 €. Geht man dann jedoch auf die Detailansicht, kostet der Artikel auf einmal rund 10 Euro mehr.

Cortex35

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Ferry Ultra

Zugegeben, Ralf Zacherl ist ein Sympath, den man nur zu gern als Testimonial haben will. Trotzdem sollte man auch prominenten Werbebotschaftern die richtige Aussprache des Produktes beibringen, sonst wird, wie beim aktuellen Spot des Spülmittels, Fairy zu Ferry, oder auf Deutsch: Die Fee zur Fähre, also diejenige, die die Arbeit übernimmt zu dem, was auf dem Wasser schwimmt – und das ist in Spülmaschinenspots meistens Fett…

Leider nicht geil – anders wäre besser!

Einen Claim zu erfinden ist nicht leicht, da kann man schon mal auf die Idee kommen, diesen zu finden statt zu erfinden. So geschehen beim Fernsehsender Tele 5, die sich den Songtitel „Leider geil“ von Deichkind ausgeborgt haben. Nur leider macht das hier wenig Sinn: im Lied geht es darum, dass Sachen geil sind, die es nicht unbedingt sein sollten. Warum aber sollte der eigene Sender nicht geil sein? So wenig Selbstvertrauen?

Scheinbar schon, denn man vertraut nicht diesem einen Claim, sondern setzt noch ein „anders ist besser“ dahinter. Es gibt nicht viele Unternehmen, die sich den Luxus von 2 Claims leisten – wobei Luxus natürlich ein falsches Wort ist bei 50% Diebstahl geistigen Eigentums. 

Absurd wird es jedenfalls dann, wenn man aus dem aus einem Song geklauten Text einen neuen Song bastelt. Da fragt man sich, ob denn Deichkind für die Ausstrahlung des neuen Songs Tantiemen bekommen…

Gaga Werbung

Ist es ein neuer Trend, oder beweist es, dass Praktikanten in den Agenturen inzwischen mehr zugemutet wird, als sie leisten können? Werbung wird mehr und mehr zu einer Ausgeburt unerträglicher Dummheit und Phantasielosigkeit.

Bei Lidl grassieren gerade Sätze wie „Gutes Fleisch erkennt man an gutem Fleisch“ (TV Werbung). Was als nächstes geplant ist? Vielleicht „gute Mitarbeiterüberwachung erkennt man an guter Mitarbeiterüberwachung“ oder dürfen mal die Schülerpraktikanten ran und basteln einen Zungenbrecher wie „gute Güter erkennt man an guten Gütern.“

Wimdu versucht mit seinem Claim „ich wimdu und du“, die Verbalisierung von Google und zuletzt Parship zu imitieren – aber leider auf eine so plumpe und idiotische Art und Weise, dass nicht mal Reisende mit dem IQ einer Wanderheuschrecke dieses Kunstwort verwenden würden. Aber mal im Ernst: Bildet sich wirklich irgendwer ein, man ersetzt den Terminus „Hotel buchen“ demnächst mit „wimdun“ (oder „wimduen“?) – und das zu Zeiten, wo zahlreiche andere und weit bekanntere Portale im gleichen Geschäftsfeld tätig sind???

Tchibo wiederum muss man gratulieren, sind sie doch tatsächlich die Erfinder des wohl einzigen Kaffees, den man sowohl schwarz als auch mit Milch trinken kann. Der Wahnsinn! Andererseits wurde die Kombi mit Zucker nicht erwähnt, tja, schade eigentlich: wenn blöd, dann bitte auch richtig! So kann ich diesen Kaffee leider nicht trinken.

Woran erkennt man eigentlich gute Werbung? Jedenfalls nicht an guter Werbung…

Sky-Partner macht „Service“

Dass Kundenservice nicht nur Bestandskunden bedient, sondern auch potentielle zu bestehenden Kunden machen kann, sollte allgemein bekannt sein. Bekommt man jedoch auf die Frage an Sky-Aboangebot.de, ob man im Starterpaket auch einzelne Fussballspiele gegen Entgelt gucken kann, die folgende Antwort, macht dies sehr deutlich, dass günstiger aber schlechter Kundenservice nicht Geld spart, sondern mehr Geld kostet als der vermeintlich teurere gute Service:

Nach Drohung mit rechtlichen Schritten seitens Senol Karakaya, dem Geschäftsführer der dubiosen sky-aboangebot.de-Website, habe ich den wörtlichen Inhalt der E-Mail nun gelöscht. Übrigens wurde mir auch diese Drohung ohne Signatur geschickt, wäre also ebenfalls abmahnfähig.

Neben den 2 Rechtschreibfehlern („günsitger“, „Angbeot“) fällt besonders die fehlende Anrede („Hallo Stenzel,„) und der sehr unpersönliche Absender (Team) auf. Natürlich, eine ungenaue Preisangabe („gehen Sie von 15-20 Euro aus„) macht die Entscheidung, doch lieber in der Kneipe Fußball zu gucken, ebenfalls leichter. Eine fehlende Signatur kann man noch dazu abmahnen – aber das will ich ja gar nicht. Ich wollte ja nur ein gutes Angebot, um mir ab und an ein Fußballspiel zu Hause statt in der verrauchten Kneipe anschauen zu können. Aber so werde ich sicherlich kein Kunde!

Kaputtes Auto gefällig?

Falls Sie immer schon mal einen Lackschaden im Auto haben wollten oder Ihnen die Stoßstangen zu heile aussehen, hat Groupon nun ein tolles Angebot: Einen „Wertgutschein über 150 € anrechenbar auf alle Lack-, Karosserie- und Unfall-/Versicherungsschäden“

Unfallschäden_Groupon

Na gut, man könnte mir ankreiden, pingelig zu sein. Aber ich fand diesen Gutschein zu komisch, um ihn nicht zu posten. Zumal es so keine besonders gute Werbung für die Werkstatt sein wird.

Was ist das Gegenteil von Namedropping?

Was ist das Gegenteil von Namedropping? fragt Barney in der Serie „How I Met Your Mother“ seine kanadische Freundin, als diese von einem – scheinbar nur in Kanada bekannten – Eishockeyspieler berichtet.

Leider hat niemand die Agentur DDB Tribal diese Frage gestellt, als sie den in Deutschland nur unter Hardcore-Fußballfans bekannten brasilianischen Sportler Neymar im aktuellen Spot zum Bayern Profi Thomas Müller sagen lässt „Unterschreib mal mit „die deutsche Neymar“ – was inzwischen, da absolut unverständlich, scheinbar synkronisiert wurde. Dummerweise hilft das nicht gegen das Hauptproblem: Niemand kennt Neymar.

So wurde ein Spot mit 2 sicherlich nicht gerade billigen Testimonials gedreht, der nun in Dauerschleife im TV gezeigt wird, bei dem aber sicherlich 90% oder mehr nicht wissen, was denn da gesagt wird.

Googlet man „VW Müller Werbung“ findet man neben dem Spot vor allem die Frage, was denn da gesagt wird. Natürlich kann man sagen, dass Werbung, die Aufsehen erregt und für Diskussionen sorgt, seinen Zweck erfüllt, aber so negativ, wie in diversen Foren darüber geschrieben wird, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Spot zum positiven Image Volkswagens beiträgt.

Hier ein paar Vorschläge aus dem Netz, was dort zu hören ist:

  • „ich habe auch immer verstanden Deutsche neger“
  • „mein Mann glaubt der Text ist portugiesisch…“
  • „Ich hab immer verstanden , die deutsche NEMA {…} , aber was hat die National Electrical Manufacturers Association mit Fußball oder VW zu tun…“ (alle 3: Quelle Horizont.net)
  • „Ich verstehe auch nichts. Völlig unverständliches gebrabbel.“ (Quelle: gutefrage.net)
  • „Die sprechen über Winterreifen!“ (Quelle: yahoo.com)
  • „Wir haben die Werbung gerade ebenfalls diskutiert, da niemand den Inhalt verstanden hat.“
  • „Das Genuschel versteht ja kein Mensch“ (Beide: Quelle: Cosmiq.de)